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Zuordnung nach Materialien*

 

Ein grundlegender Aspekt der VerpackV ist, dass die Verwertungsanforderungen bezogen auf Materialarten zu erfüllen sind, die im Anhang I (zu § 6) Nr. 1 Abs. 2 der VerpackV genannt sind.

Auf diese Materialgruppen bezieht sich auch der § 10 Abs 2 Nr.1 VerpackV. Danach hat der Verpflichtete im Rahmen der Vollständigkeitserklärung eine Aufschlüsselung der von ihm eingesetzten Verpackungsmengen nach genannten Materialgruppen durchzuführen. So sind diese Materialgruppen in den VE- Prüfbescheinigungen des DIHK aufgeführt, ergänzt um die Spalte „Sonstige Materialien“.

Die Zuordnung nach Materialien muss entsprechend nach folgenden Gruppen erfolgen

• Glas
• Weißblech
• Aluminium
• Papier, Pappe, Karton
• Verbunde
• Kunststoffe
• Sonstige Materialien

Diese Aufteilung erfordert in der Anwendungspraxis eine differenzierte Vorgehensweise. Dies hat insbesondere zwei Gründe:

• Eine konkrete Zuordnung von Einzelmaterialien zu den genannten Materialgruppen der VerpackV bzw. zur Gruppe sonstige Materialien ist nicht vollständig erläutert und

• Verpackungen bestehen häufig aus mehr als einer Komponente.

* Die Angaben für die Vollständigkeitserklärung sind entsprechend der folgenden Vorgaben durchzuführen, auch wenn im Einzelfall die Lizenzierung noch von diesen Vorgaben abweichen sollte.

 

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1. Monomaterial vs. Verbundverpackung

In den Begriffsbestimmungen der VerpackV ist in § 3 Abs. 5 eine Definition für Verbundverpackungen enthalten:

Verbundverpackungen im Sinne dieser Verordnung sind Verpackungen aus unterschiedlichen, von Hand nicht trennbaren Materialien, von denen keines einen Masseanteil von 95 vom Hundert überschreitet.“

Die Definition nennt drei Bedingungen für Verbundverpackungen, die alle erfüllt sein müssen:

1. Es werden unterschiedliche Materialien eingesetzt. Da in der VerpackV mit Materialien immer die in Anhang I (zu § 6) genannten Materialgruppen gemeint sind, liegt eine Verbundverpackung nur dann vor, wenn eine Verpackung bzw. ein Verpackungsbestandteil aus mindestens zwei Materialien der o. g. Gruppen besteht. Somit ist beispielsweise eine PA/PE-Folie keine Verbundverpackung, da beide Komponenten zur Materialgruppe Kunststoff zählen.

Die Verbunde sind als eigene Gruppe anzusehen, was für die Bewertung der folgenden Bedingungen von Bedeutung ist:

2. Die einzelnen Materialien lassen sich nicht von Hand trennen. Dies erweitert die Verbunddefinition von flächigen Folien wie PET/Aluminium/PE auf jede Art von fest zusammen gefügten, händisch nicht trennbaren Verpackungskomponenten. Dies kann eine Getränkedose mit Weißblech-Body und Aluminiumdeckel sein, aber auch ein aufgeklebtes Papieretikett auf einer Kunststofffolie oder ein Aluminiumverschluss mit eingespritztem Kunststoff-Compound. Damit erstreckt sich die Prüfung der Verbundeigenschaft sowohl auf das Material als auch auf die Konstruktion einer Verpackung.

Nicht gemeint ist damit, dass der Endverbraucher zur bestimmungsmäßigen Nutzung eines Produktes möglicherweise Hilfsmittel zum Öffnen oder Zerlegen einer Verpackung benötigt. So ist ein Kronenkorken ohne Flaschenöffner kaum von einer Flasche zu entfernen oder eine Postpaket oft ohne Schere kaum zu öffnen.

Die Anforderung der händischen Trennung bezieht sich auf die Entsorgung der Packmittel. Als händisch trennbar gelten nur die Verpackungsbestandteile, die der Endverbraucher ohne Hilfsmittel trennen kann. Es liegt am Endverbraucher die verschiedenen Materialkomponenten einer Verpackung zum Zwecke der Entsorgung zu trennen. Dies setzt voraus, dass für die Trennung der Komponenten keine besonderen Fertigkeiten, Kenntnisse oder Anstrengungen erforderlich sein dürfen. Ob der Verbraucher die Trennung tatsächlich durchführt ist nicht relevant.

3. Keine der einzelnen Materialienmassen überschreitet 95 v. H. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Wenn eine Materialmasse mehr als 95 v. H. aufweist, liegt kein Verbund vor. Mit dieser Beschränkung ist eine Untergrenze eingeführt.

Damit sind viele Verpackungen, die neben der tragenden Schicht noch einen sehr dünnen Überzug aufweisen, den Monomaterialien zuzurechnen. Dies gilt z. B. für Metalle mit Kunststofflacken, Metallisierungen oder SiOx-Beschichtungen auf Kunststoff, kann aber auch für dünne Extrusions- oder Kaschierverbunde gelten. Nicht alles, was im technischen Sinn ein Verbund darstellt, ist auch eine Verbundverpackung im Sinne der Verordnung.

Die Beschränkung gilt auch für die Betrachtung mehrerer, nicht händisch trennbarer, Verpackungskomponenten. Somit gilt z. B. für die Kunststoffverpackung mit Papieretikett, dass sie erst dann als Verbundverpackung einzustufen ist, wenn der Kunststoffanteil 95% oder niedriger an der Verpackung ist.

Wichtig ist, dass die Prüfung der 95 v. H. Regel der VerpackV auf jede trennbare Komponente einer Verpackung einzeln anzuwenden ist. D.h. jeder trennbare Bestandteil einer Verpackung kann als Monomaterial bzw. als Verbundverpackung einzustufen sein.

Deutlich wird dies am Beispiel von Etiketten.

• Kunststoffetiketten auf Kunststoffverpackungen oder Papieretiketten auf Papier, Pappe oder Karton sind keine Verbunde.

• Festverklebte Etiketten auf Glasgebinden sind der Masse der Materialgruppe Glas zuzurechnen (da Gewicht < 5 % des Gesamtgewichts von Flasche und Etikett).

• Festverklebte Papieretiketten auf Kunststoff haben vor allem bei kleinen Gebinden häufig einen in Relation größeren Masseanteil, so dass hier oft eine Verbundverpackung vorliegt.

• Einlegeetiketten in Verpackungen sind immer separat zu bewerten, da sie händisch trennbar sind.

Für den Verpflichteten hat die Regelung der VerpackV zur Konsequenz, dass er seine Verpackungen hinsichtlich der Qualifizierung als Verbund im Einzelnen prüfen muss. Dazu sind folgende Prüfschritte notwendig:

1. Zerlegung der Verpackung nach händisch trennbaren Verpackungskomponenten.
Beispiele für trennbare Komponenten sind Verschlüsse, lose eingelegte Komponenten wie Einleger, Füllmaterial, Umhüllungen.
Somit ist für eine Pralinenverpackung, die aus den trennbaren Komponenten einer Kunststoffhülle, Schachtel, Stülpdeckel, Sortiereinsatz, Polstereinleger, Wickler, die Prüfung für die genannten einzelnen Komponenten getrennt durchzuführen.

2. Prüfung, ob die einzelnen Komponenten der nicht trennbaren Verpackung aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt sind. Wenn nein, dann der entsprechenden Monomaterialart zuordnen.

3. Falls dies der Fall ist: Prüfung ob eine Materialkomponente mehr als 95 % Masseanteil aufweist. Wenn ja, werden die anderen Materialkomponenten nicht gesondert betrachtet und daher der Hauptmaterialkomponente mit mehr als 95 % zugerechnet.

4. Wenn nein, dann handelt es sich um einen Verbund.

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2. Zuordnung einzelner Mono-Materialien

Die im Anhang I Abs. 2 genannten Materialgruppen umfassen nur solche, für die eine Verwertungsquote gefordert ist. Tatsächlich spielen aber auch andere Materialien bei Verpackungen eine Rolle, die bezüglich der Zuordnung zu den genannten Gruppen überprüft werden müssen. :

1. Metalle: Bei Metallen werden in der VerpackV ausdrücklich nur zwei Materialen genannt - Weißblech und Aluminium.

Alle anderen Metalle sind den sonstigen Materialien zuzurechnen.

2. PPK: Die Materialgruppe ist umfassend zu verstehen: Sie umfasst alle

• Papierarten (z. B. Kraftpapier, Zellstoffpapier, Seidenpapier, Pergament)
• Karton (z. B. Kraftkarton, Chromokarton, Duplex- oder Triplexkarton),
• Pappe (z. B. Graupappe, Duplexpappe)
• Wellpappe ( Wellenpapier, ein- oder mehrwelliges Papier)
• gewickeltes Papier

Dieser Gruppe sind auch Verpackungen zuzurechnen, die aus Faserguss hergestellt werden, da dies aus (recyceltem) Papier oder Pappe erzeugt wird.

3. Kunststoffe: Neben den typischen Verpackungskunststoffen wie PE, PP, PS, PET gehören selbstverständlich alle anderen Kunststoffarten inkl. Duroplasten, Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen oder Schaumkunststoffen in diese Materialgruppe. Auch Verbunde verschiedener Kunststoffe wie z. B: PA/PE-Folie zählen zur Materialgruppe Kunststoffe.

4. Verbunde: In der Diskussion Monomaterial vs. Verbundverpackungen ist auf die Bedingungen für die Bestimmung von Verbunden eingegangen worden. Ergänzt werden muss, dass die VerpackV keine Unterscheidung nach Verbunden aus den genannten Einzelmaterialien und Verbunden aus sonstigen Materialien vorsieht.

5. Sonstige Materialien: Alle Materialien, die sich nicht einer der anderen Materialgruppen zuordnen lassen sind unter der Materialgruppe „Sonstige Materialen“ zusammenzufassen. Dazu gehören beispielsweise

• Sonstige Metalle wie Stahlblech (ab 0,5 mm), andere Stahl/Eisen-Produkte (Edelstahl, gezogener Stahl (Draht), Kupferprodukte (v. a. Draht)
• Jute, Baumwolle
• Holz, Kork, Pressspan
• Andere Naturstoffe (z. B. Maischips, Waffelteller)
• Porzellan und Keramik
• Naturkautschuk

 
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