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Ermittlung der Verpackungsmasse    

Grundlage für die Ermittlung der lizenzpflichtigen Verkaufsverpackungen ist die korrekte Bestimmung der Verpackungsmengen, -gewichte und -materialien. Um zu gewährleisten, dass  alle beteiligten Gruppen, Hersteller,  Vertreiber, duale Systeme, Verbände, Behörden sowie alle gem. § 10 Abs. 1 VerpackV zugelassenen Prüfer, eine einheitliche Basis für die Bewertung der Sachverhalte zugrunde legen, hat der Markenverband mit seinem Papier „Umsetzung der 5. Novelle der Verpackungsverordnung“ vom 21.01.2009 eine Handlungshilfe entwickelt. Dieses Schreiben sowie die Verpackungsverordnung und eigene Erfahrungswerte bzw. statistische Auswertungen der Verwiegung von mehreren tausend Verpackungen werden im Folgenden zugrunde gelegt.

1. Gewichtsermittlung

Es gibt bislang keine abgestimmten Vorgaben der Vollzugsbehörden zur Ermittlung der Verpackungsgewichte. Im Anschluss an das Schreiben des Markenverbandes gibt es drei Möglichkeiten zur Gewichtsermittlung:

1. Nachweis, dass alle Verpackungsbestandteile der betreffenden Verpackung auf der Basis von exakten Spezifikationen mit Gewichtsangaben, die auf Mittelwerten basieren, hergestellt werden.

2. Vorlage einer Wägebescheinigung eines ö.b.u.v. Sachverständigen für Verpackungsentsorgung auf der Basis nachfolgender Grundsätze.

3. Eigenverwiegung unter Berücksichtigung nachfolgender Grundsätze.

2. Grundsätze zur Gewichtsermittlung

• Die Gewichtsermittlung erfolgt in den Fällen 2 (Wägebescheinigung) und 3 (Eigenverwiegung) jährlich bzw. nach gewichtsrelevanten Änderungen.

• Die Waage muss für entsprechende Wiegungen ausgerichtet und geeicht sein. Die technischen Voraussetzungen für die Verwiegung müssen gegeben sein (hierzu genauer unten)

• Die Gewichtsermittlung erfolgt für die gesamte Verpackung auf der Basis von statistisch gesicherten Mittelwerten.

3. Prüfung der Gewichtsermittlung

• Für Fall 1 und 2 erfolgt die Prüfung über das System der Gewichtsermittlung mit der Aktualisierung der Gewichtsangaben sowie der Übernahme in die Lizenzierung.

• Für Fall 3 ist zusätzlich anhand einer Stichprobe die Ermittlung der Gewichte zu überprüfen.

Sofern sich bei der Prüfung Abweichungen ergeben, sind diese zu klären bzw. sind Korrekturen zu übernehmen.

4. Technische Anforderungen

Die eingesetzten Waagen sollten folgenden Vorgaben genügen:

• Die Waagen müssen schwingungsfrei aufgestellt sein. Umgebungseinflüsse wie Luftzug oder Luftfeuchtigkeitsschwankungen sind auszuschließen. Elektrische Aufladungen der Verpackungen sind zu vermeiden.

• Der Wägebereich der Waagen für Messungen bis max. 2 kg muss zwei Dezimalstellen umfassen. Für Messungen über 2 kg ist eine Dezimalstelle ausreichend.

• Die Gewichte sind auf einer entsprechend dem Volumen der Verpackung ausgestatteten Waage zu ermitteln, da ansonsten eine exakte Verwiegung nicht möglich ist.

5. Stichprobengröße

Zur Ermittlung der Stichprobengröße müssen alle Verpackungsbestandteile einer Verkaufseinheit berücksichtigt werden, d.h. alle Teile einer Verkaufsverpackung die beim Endverbraucher anfallen (auch Klebepunkte, Kabelbinder etc.).

Folgende Stichprobengrößen, die aufgrund statistischer Auswertungen ermittelt wurden, sollten mindestens verwogen werden:

Verpackungsleergewicht Stückzahl
Verpackungen ≤ 5 g:
60 Stück
Verpackungen > 5 g und ≤ 10 g:
30 Stück
Verpackungen > 10 g und ≤ 50 g:
20 Stück
Verpackungen > 50 g:
10 Stück

Beispiel: Bonbontüte á 10 g mit 25 Wicklern á 0,3 g
Gesamtgewicht der Leerverpackung: 17,5 g (10 g + 25 x 0,3 g)
Stichprobengröße: 20 Stück, d.h. 20 Bonbontüten und 20 x 25 Wickler (keine Endlosfolie!)

Sofern eine Verpackung mit derselben Spezifikation von mehreren Herstellern bezogen wird, ist die oben aufgeführte Stichprobe mit Verpackungen aller zuliefernden Hersteller zusammen zu stellen.

6. Messvorgang

Die Verpackungsbestandteile werden entsprechend ihrer jeweiligen Materialien einzeln verwogen. Aus allen ermittelten Werten wird ein Mittelwert gebildet, der dann zugrunde gelegt wird. Werden innerhalb der Stichprobe relevante Gewichtsabweichungen festgestellt, kann kein verlässliches und übertragbares Messergebnis ermittelt werden. In diesem Fall muss geklärt werden, wie es zu diesen Abweichungen gekommen ist. Die Messung ist ggf. mit einer weiteren Stichprobe zu wiederholen.

7. Messzyklen / Änderung von Verpackungen

Soweit relevante Änderungen an den Verpackungen vorgenommen werden, sind erneut Verwiegungen gemäß der o. g. Vorgaben durchzuführen. Relevante Änderungen betreffen alle Änderungen, die sich auf das Gewicht (Genauigkeit: zwei Dezimalstellen) auswirken. Dies ist jeweils im Einzelfall zu prüfen.

Relevante Änderungen sind in jedem Fall:

• Änderungen des Materials (auch andere Kunststoffarten)

• Änderungen der Form

• Änderungen im Hinblick auf gewichtsrelevante Verpackungsbestandteile

• ggf. Wechsel des Verpackungslieferanten

8. Dokumentation der Messergebnisse

Die Messergebnisse werden in Gramm mit zwei Dezimalstellen angegeben und kaufmännisch gerundet.

9. Einzubeziehende Verpackungsbestandteile

Alle Verpackungsbestandteile einer Verkaufseinheit müssen einzeln verwogen werden, soweit sie

1. unterschiedlichen Materialkategorien nach Anhang I zu § 6 VerpackV zuzuordnen sind

2. unterschiedlichen Materialkategorien der Entgeltlisten der dualen Systeme zuzuordnen sind.

Hinweise zur Zuordnung der Verpackungsmaterialien auf die Materialkategorien der VerpackV finden Sie unter: Zuordnung nach Materialien

Über die Zuordnungsregeln der dualen Systeme wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Anbieter.

 
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